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  • Sascha Nikolas Berger

Allerheiligen

Aktualisiert: Nov 3

An Allerheiligen kommen mir immer wieder die kindlichen Erinnerungen und Bilder daran in den Kopf.


Bilder von Kirchen mit vielen Kerzen,

schwere Schwaden von Weihrauch,

die sonoren Gesänge und Wiederholungen der Litanei,

die begleitenden feinen, eher leisen Klänge der Orgel,

die andächtigen Gesichter aller in der Kirche versammelten.


Ich mag diese Bilder, sehr sogar, obgleich ich heute darin auch eine gewisse kindliche Verklärung verorten kann; dennoch sind mir diese Bilder wichtig, ist mir das nachfühlen dieser Stimmung sehr wichtig.


An Allerheiligen fühlte sich die Kirche immer herrlich warm an im ansonst eher kalten Herbst.


Heute allerdings brauche ich das "schwere liturgische Geschütz" gar nicht mehr so sehr.

Heute spielt sich Allerheiligen für mich eher im inneren,

weniger in den äußeren Bildern ab.


Natürlich mag ich immer noch die wohlige Wärme im Kirchenschiff,

die vielen Kerzen,

den Weihrauch,

die Töne und all das mitschwingende.


Aber ich mag das sehr konzentrierte und fokussierte Allerheiligen in mir persönlich mittlerweile lieber.


Ich gönne mir an diesem Tag ganz bewusst einen sehr persönlichen Blick nach hinten,

einen Blick auf mein eigenes Schaffen und Wirken,

auf meine eigenen Stärken und Schwächen,

einen Blick auf mein Gutes und besonders auch auf mein weniger Gutes.


Einen ganz konzentrierten Blick auf alle uns vorangegangenen und deren starke und schwache Momente, die uns oft zum Vorbild reichen, ganz besonders aber der Blick auf deren schwache Momente und Situationen, weil ich mich in diesen oftmals selber wiederfinden kann.

Natürlich fehlt auch mein Blick auf den heiligen Laurentius nicht,

denn Laurentius war der Heilige, den mir die Großmutter an einer der ersten bewusst wahrgenommenen Allerheiligen-Feierlichkeiten an die Seite gestellt hat. Mir tut es gut, der Seele tut es gut.


Wachsen im Glauben...

Photo © Sascha Nikolas Berger




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