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  • AutorenbildSascha Nikolas Berger

"Gibt es das nicht im Angebot?" - Ein Impuls zur Nachfolge

Lukas 14, 25-33 earlyPrayer KHG Mainz 08.11.2023

Das sind schon starke Worte, die Jesus hier den Menschen seiner damaligen Umgebung und auch uns im Evangelium des Tages anbietet. Seine Nachfolge erfordert im ersten Augenblick einen vermeintlich hohen Preis, ich muss bei diesen Anforderungen immer erst einmal schlucken. Ich habe mir versucht vorzustellen, wie sich diese Worte wohl vor allen Dingen für die Jünger angehört/angefühlt haben müssen. Auf einmal ist da ein üppiges Preisschild an dieser Nachfolge.


Und beim ersten Betrachten hat es der Preis wahrlich auch in sich.

In der Nachfolge Jesu können wir lange suchen, wir werden keine „abgespeckte“ Ausstattungsvariante finden, wir können lange nach dem Angebot „Nachfolge Leicht“ suchen – wir werden es nicht finden. Der Preis wird sich nicht reduzieren.


Jesus ist klar: Wer ihm nachfolgen will, der muss ihn auch an die erste Stelle in seinem Leben setzen. Nicht die Eltern, nicht den Ehemann/die Ehefrau, nicht die Karriere, nicht der Job, nicht das Studium, nicht das eigene Haus, nicht den eigenen Garten, nicht die eigene Unabhängigkeit.


Jetzt könnten wir uns fragen oder erwidern: Das ist aber ein ganz ordentlich hoher Preis, oder nicht? Aber die Nachfolge Jesu ist kein Basar, auch kein eBay. Hier kann ich nicht um den Preis feilschen oder ein Angebot gegen andere Mitinteressenten abgeben.


Es geht um Vertrauen, es geht um Prioritätensetzung, es geht um aufrichtige Nachfolge. Auch wenn wir in unserer ständig kalkulierenden und permanent auf- und abrechnenden Welt immer wieder mit Gewinn und Verlust-Rechnungen konfrontiert werden, wenn Kosten-Nutzen-Analysen in den Vordergrund gerückt werde; hier geht es genau darum nicht. Im Grunde sind das doch auch die Ansprüche, die wir z. Bsp. auf einer Ebene der Beziehung als Partner aneinander stellen – die jeweilige „Nummer eins“ zu sein – die oder der erste im Fokus des jeweils anderen.


Kann, darf und soll der Partner/die Partnerin nicht genau darauf bauen dürfen, dass der jeweils andere in seiner Treue, seiner Verlässlichkeit solch einen großen Schritt aufeinander zu geht? Drückt es nicht die Tiefe der Beziehung zueinander aus?


Vielleicht klingen die Forderungen von Jesus an uns in unseren Ohren erst einmal hart und radikal. Vielleicht tauchen im Kopf Bilder von absolutem Entsagen auf, ein Leben in selbstgewählter Armut oder gar in Einsamkeit. Darum geht es meiner Meinung nach aber gar nicht – natürlich muss ich mit der Familie nicht vollständig brechen, natürlich darf ich studieren, natürlich darf ich einem Beruf nachgehen, natürlich darf ich für mein Auskommen sorgen; es geht aber sehr wohl um Priorisierungen. Es geht um Treue. Welchen Stellenwert haben all die genannten Bereiche, welchen Stellenwert haben z.B. materielle Güter für mich? Kann ich den Verlockungen der heutigen Zeit widerstehen? Sind mir evtl. Statussymbole, eine hohe berufliche Position, ein hohes Einkommen, ein gesellschaftlicher Status, eine entsprechende Bekanntheit, ein entsprechendes Ansehen wichtig? Oder bin ich willens und bereit, der Nachfolge Jesu alles andere unterzuordnen? Was ist mir diese Beziehung wert?

Solange meine Karriere, mein eigenes Fort-und Weiterkommen, mein Besitz, mein „Ich“ für mich im Vordergrund stehen, so lange wird mein Herz nicht frei sein. Und ohne ein freies Herz kann meiner Meinung nach eine Nachfolge Jesu nicht funktionieren. Es mag vielleicht im ersten Hören paradox klingen, aber ich bin fest davon überzeugt:


Nur ein freies Herz kann wahrhaft treu bleiben.


Frei und entschieden sein,

Nachfolgen,

sein Herz auf Gott ausrichten…


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