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  • Sascha Nikolas Berger

Sechs Tage hin zu Karfreitag, jeden Tag eine Karfreitagsbetrachtung & Fragen an mich selber. Tag 3

Auf dem Weg.

Das Kreuz.

Es drückt Dich zu Boden.


Die Last liegt schwer auf deinen Schultern.

Du trägst dein Schicksal mit deinen eigenen Händen.

Vor Tagen erst noch bejubelt und freundlich empfangen.

Die Tore zur Stadt wurden dir geöffnet.


Nun führt dich dein Weg durch eine Menge lärmender Menschen, die deinen Tod wollen.

Dein Weg führt dich hinaus nach Golgatha. So etwas ist kaum zu ertragen, kaum auszuhalten. Selbst der stärkste Geist bricht irgendwann unter dieser immensen Last.

Es werden vermutlich dumme Sprüche gemacht, immer und immer wieder wirst Du verhöhnt und angeschrien, verlacht. Die Kraft lässt nach.

Die Beine werden schwach.

Der Weg ist schwer. Plötzlich liegst du im Staub und dennoch bist du fest entschlossen, diesen, dir bestimmten Weg zu gehen.

Hilflos liegst du auf dem Boden inmitten der Menge deiner Peiniger. Sie befehlen jemandem aus der Menge, dir zu helfen. Simon ist es. Er packt an, geht mit dir, an deiner Seite. Bis zum Ende. Simon wertet nicht. Simon urteilt nicht. Simon hilft.

Wieder stelle ich mich meinen eigenen, unangenehmen Fragen: Wie oft begegne ich auf meinem Weg Menschen, die in ihrem Leben ihr eigenes Kreuz tragen, die irgendwann zusammenbrechen unter dieser Last?

Es muss nicht immer der direkte physische Zusammenbruch sein, auch die Psyche kann brechen.


Und ich, was mache ich? Bemerke ich der anderen Last? Greife ich ein, wenn andere über psychisch belastete Menschen spotten?

Biete ich ungefragt und uneigennützig meine Hilfe an, wenn ich sehe, wie ein anderer Mensch von Schwäche übermannt wird?

Achte ich gut auf die Menschen in meiner näheren und ferneren Umgebung? Ach, wenn mein eigener Glaube nur viel größer wäre...

Foto © Sascha Nikolas Berger

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