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  • Sascha Nikolas Berger

Achtsam am Morgen

Aufwachen, die Augen öffnen, mich in den Tag hineinfühlen.

Wie geht es mir, jetzt, genau in diesem Moment?

Der Wärme des Bettes noch einen Moment nachspüren.


Mich aufrichten,

aufstehen,

einen ersten Schritt in den Tag wagen,

quasi immer wieder neu ins Leben treten.


Morgenroutine.

Dem Körper nachfühlen.

Badezimmer.

Das warme Wasser auf der Haut ganz bewusst spüren.


Kleidung.

Gut zu mir selber sein.

Die frische, saubere Kleidung wertschätzen.

Ein Frühstück in Ruhe.

Dem Glas Wasser Aufmerksamkeit schenken. Spüren, wie der Körper mit jedem Schluck Wasser "in Fahrt" kommt.

Eine Tasse Kaffee oder Tee genießen, den Geschmack auf der Zunge wahrnehmen, der Wärme des Getränkes auf dem Weg durch den Körper nachfühlen.

Dankbar sein. Für die vergangene Nacht, für das Aufwachen, für das Frühstück vor mir, für den vor mir liegenden Tag mit all seinen Abenteuern und Möglichkeiten...


Wofür aber nun Achtsamkeit bei meiner Morgenroutine?


Weil sie mir dabei hilft zu begreifen, dass eine warme Wohnung, ein Bett, ein Dach über dem Kopf, Nahrung, Wasser, Kaffee und Tee, frische Kleidung Dinge sind, die alles andere als selbstverständlich sind und einen ganz besonderen Wert haben. Achtsamkeit hilft mir dabei, mir täglich darüber bewusst zu werden, wie unselbstverständlich unsere wertvollen "Selbstverständlichkeiten" tatsächlich sind. So kann ich in Dankbarkeit auf das blicken, was vor mir steht,

was mich am Leben, mich zusammen hält.

Mir gelingt der Start in den Tag mit einem guten Gefühl von Geborgenheit.


Wenn ich mich selber täglich in Achtsamkeit übe, dann schärfe ich auch meinen Blick für meine Umgebung, dann habe ich ein gutes Gespür für die, die ich sonst so oft übersehe.



Gütiger Gott,


wir vergessen viel zu häufig, Dir zu danken. Heute aber möchte ich Dir ganz bewusst Danke sagen. Hab Dank dafür, dass ich jeden Tag wieder neu in mein Leben starten kann,

dass Du mir täglich neu die Chance gibst, mich Dir zu öffnen, dass ich diese Welt erleben kann. Vieles in unserem Leben nehmen wir als selbstverständlich hin, auch ich.

Uns ist an etlichen Stellen gar nicht mehr bewusst, dass die Welt in der wir leben, nicht immer fair ist, viele Dinge nicht gerecht verteilt sind.


Hilf uns dabei, unseren Lebensstil nicht mehr als selbstverständlich zu erachten.

Gib uns Momente in unserem Leben, an denen wir spüren können, wie gut es uns geht.


Hilf uns dabei, immer wieder achtsam zu werden, damit wir das Geschenk unseres Seins spüren. Gib uns Momente in unserem Leben in denen wir begreifen können, was wir als Einzelne tun können, damit es gerechter zugeht, damit alle ausreichend haben, wir gemeinsam verstehen, dass wir miteinander verbundene Schwestern und Brüder sind und wir diese Welt wieder gerechter werden lassen können.

Amen.


Ach, wenn unser eigener Glaube nur viel größer wäre...

Foto © Sascha Nikolas Berger

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