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  • AutorenbildSascha Nikolas Berger

Sind Rituale wirklich wichtig?

Nun, mir sind sie "wert und wichtig."


„Sascha, in was für einem Buch liest du da eigentlich immer?“ - Das war die Frage eines Mitpatienten in meiner Reha im August/September des letzten Jahres.

Aus dieser Frage entspann sich eine interessante Unterhaltung, die ich bis heute nicht vergessen habe und deren Verbindung bis heute in meinem Kopf mitschwingt.

Wunderbar.


Auch heute Morgen musste ich wieder an genau diese Begegnung denken – Dieses Büchlein ist eben immer für eine Überraschung gut.


Also, was ist das nun für ein Büchlein?

Es ist (m)eine stete Begleitung – mein Stundenbuch.


Manche haben damit so ihre Schwierigkeiten, fühlen sich zu etwas gezwungen, finden keinen Zugang dazu. Das kann ich gut verstehen, ich habe auch länger gebraucht.


Mir unterbricht dieses Büchlein meinen Tagesablauf mindestens viermal, sorgt dabei mal für längere und mal für kürzere Unterbrechungen und schenkt mir so neben allerlei Gedanken auch nötige Pausen. Pausen und Gedanken, die ich mir vorher nicht bewusst gegönnt habe, von denen ich aber merke, wie wichtig sie mir mittlerweile sind, sowohl die Alltags-Pausen wie auch die Gedanken.


Ganz besonders wichtig ist es mir allerdings am Morgen, wenn ich in meinen Tag starte.

So wie mein Körper morgens einen Espresso und ein Glas Wasser braucht, um in Schwung zu kommen, so wie mein Körper mittlerweile seine Dehn- und Kraftübungen braucht, so brauchen auch mein Kopf und mein Herz etwas, um in Schwung zu kommen.

Es ist erstaunlich, wie tief verwoben dieses Büchlein mittlerweile mit mir ist; wenn ich es mal ganz bewusst „links“ liegen lasse, grummelt etwas in mir, dann will mein Tag nicht richtig in den Tritt kommen.


Es ist nicht immer nur leichte Kost und die Texte sind auch nicht immer auf Anhieb zugänglich, manches scheint so vollkommen aus der Zeit gefallen zu sein, passt grade vielleicht auch nicht in meinen persönlichen Kontext, regt mich nicht nur an sondern auch richtig auf. Aber genau das ist es, was ich brauche. Ich würde sagen: Es erreicht sein Ziel.


Ich nehme mir die Zeit dafür, ganz bewusst sogar.

Ich lese durch Jahrtausende alte Texte, versuche Gedanken von Menschen weit vor meiner Zeit zu folgen, versuche hinter die Dinge zu schauen; versuche die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Dabei lasse ich mich dann zu meinen eigenen Gedanken führen, fühle diesen auch noch einmal nach und versuche auch hier noch einmal, die Perspektive zu wechseln.


Es ist erstaunlich, wie sich „Liebe“ und „Würde“ als roter Faden durch all diese Texte zieht. Dies scheint ein ganz besonderer Auftrag an Betrachtung in diesem Jahr zu sein, ich merke, wie sensibel meine "Antennen" genau auf jene beiden Begriffe ausgerichtet sind.


All das führt mich dann immer wieder zu meiner eigenen Dankbarkeit hin.

So kann ich gut in den Tag treten und lasse mich durch ihn treiben, lasse alles an Begegnungen auf mich zukommen.


Ein gutes Gefühl.

Ich mag es;

sehr sogar.



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